Faszientherapie

Was sind Faszien?

Faszien sind die Weichteil-Komponenten des kollagenen, fasrigen Bindegewebes. Hierunter fallen z.B. Gelenkskapseln, Sehnenplatten, Muskelsepten, Bänder, Sehnen, und weitere. Man kann sie sich als umhüllendes und verbindendes Netzwerk bzw. als körperweites Zug-Spann-Netzwerk wie eine Art „Ganzkörperanzug“ vorstellen.

Warum sind Faszien so wichtig?

  • Man kann von den Faszien fast schon von einem 6. Sinn sprechen. Denn sie sind hochgradig innerviert (über 100 Millionen an einzelnen Nervenendigungen – reichhaltiger als der Sehsinn und 6 – 10 Mal mehr als in den Muskeln selbst) und sehr komplex organisiert. Durch sie können wir Schmerz wahrnehmen. Aber vor allem sind es Nervenendigungen die der Propriozeption dienen (funktionelle Körperwahrnehmung), die die Basis für die Körperwahrnehmung, also der Wahrnehmung des eigenen Körpers, bilden. Bei Rückenschmerzen weiß man z.B., dass die funktionelle Körperwahrnehmung verkümmert ist.
    Sie sorgen also dafür, dass wir uns gut spüren können, und bilden den Sinn der Körper- und Bewegungswahrnehmung bzw. unserer Propriozeption
  • Sie geben unserem Körper die Form. Denn wäre alles Gewebe außer den Faszien entfernt, würde die Form des Menschen vollständig erhalten bleiben. Sie halten somit den Körper zusammen.
  • Faszien sorgen dafür, dass die verschiedenen, mehrdirektionalen Gewebeschichten mithilfe eines Flüssigkeitsfilms aneinander gleiten. Damit wird das gesamte Gewebe geschmeidig und beweglich. Das ist die Grundlage dafür, dass sich unser Körper überhaupt bewegen kann.
  • Durch Faszien werden die Kraft der Muskeln auf Knochen und Gelenke übertragen, damit wir uns bewegen können.
  • Faszien sind einerseits extrem elastisch und andererseits äußerst zugfest und wirken dadurch energiespeichernd, weshalb z.B. elastische Sprünge möglich sind.
  • Das Fasziengewebe hat eine sehr hohe Wasserbindefähigkeit und dient dadurch als Wasserspeicher und Stoßdämpfer.
  • Durch ihre Gleitfähigkeit sorgen sie dafür, dass Nährstoffe zu allen Stellen des Körpers gelangen, während gleichzeitig die Abfallstoffe abtransportiert werden.
  • Sie sind maßgeblich an der Abwehrfunktion des Körpers beteiligt. Einerseits bildet dieses Gewebe eine Barriere, die Fremdkörpern das Eindringen erheblich erschwert. Andererseits befinden sich eine Menge Zellen des Immunsystems im Fasziengewebe, die bei der Wundheilung eine wesentliche Rolle spielen.

Wieso machen Faszien Beschwerden?

Durch reduzierte oder übertriebene Beanspruchung des Gewebes, also durch

  • Inaktivität
  • Überbelastungen
  • einseitige Belastungen
  • Stürze und Unfälle
  • Narben
  • Alterungsprozesse

kann es zu Verklebungen und Verfilzungen (bindegewebige Verhärtungen und Restriktionen) und/oder sprödem, unelastischem und viel zu festem Gewebe kommen, die häufig zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Da die Faszien als Netzwerk den gesamten Körper durchziehen, können diese Beschwerden an völlig anderer Stelle auftreten.

Wie werden Faszien behandelt?