Bio-Psycho-Soziales Modell

BIO-PSYCHO-SOZIALES MODELL

Ich hatte in den letzten Posts darüber gesprochen, wie Schmerzen auf biologischem Weg in unserem Körper entstehen können. Heute bringe ich andere Aspekte ins Spiel.

Das aktuelle Erklärungsmodell für chronische Schmerzen ist das Bio-Psycho-Soziale Modell. Das erklärt, weshalb sich nicht bei allen Menschen eine chronische Schmerzerkrankung entwickelt, selbst wenn sie ein vergleichbares Krankheitsbild aufweisen. Ich persönlich kann es aus meiner Erfahrung heraus bestätigen. Es beeinflusst meine Arbeit maßgeblich.

In diesem Modell wird von einer multifaktoriellen Schmerzentstehung ausgegangen. Biologische, psychologische und soziale Einflussfaktoren beeinflussen sich gegenseitig und sorgen so zu einer Verstärkung oder Hemmung von Schmerzen.

  • Bio – darunter fallen: Muskulatur, Gelenke, Hormone, Nerven, körperliche Vorschädigungen, Geschlecht, Genetische Prädisposition, etc.
  • Psycho – darunter fallen: Gedanken, Gefühle, Stimmung, Verhalten, subjektive Krankheitstheorie, etc.
  • Sozial – darunter fallen: Arbeit, Familie, Freizeit, Kontakte, etc.

Jeder einzelne Bereich ist somit in gleichem Maße wichtig. Das erklärt zum Beispiel, weshalb sich Schmerzen verstärken können, wenn man mit einer Person einen Streit hatte oder es in der Arbeit nicht rund läuft.

Es ist eine Sichtweise, die die Person in den Mittelpunkt rückt. Wenn ich als Therapeutin mit dem Bio-Psycho-Sozialen Modell arbeite, versuche ich die Schmerzen und Einschränkungen mit den Augen der Patient:in zu sehen und zu verstehen.

Es ist also der gesamte Mensch, der die zentrale Rolle in der Therapie spielt und nicht das Gewebe alleine.